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Madagaskar Rundreise: Reisetipps & Sehenswürdigkeiten

Baobab Allee in Madagaskar bei Sonnenuntergang

In dem folgenden Artikel findest du Reisetipps und Infos für deine Madagaskar Rundreise. Alle Empfehlungen basieren auf Nellie's persönlicher Reiseerfahrung, gesammelt während eines 14-tägigen Roadtrips von der Hauptstadt Antananarivo über Antsirabe, die Allee der Affenbrotbäume, den Ranomafana Nationalpark und zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten des Landes.
 
Im Oktober hatten mein Reisepartner Greg und Ich das Vergnügen, Madagaskar mit privatem Fahrer zu erkunden. Folgend haben wir diese Madagaskar Rundreise für dich in Form von Bildern und Reisetipps dokumentiert. Anhand dieser Navigationsübersicht kannst du dich besser und schneller in meinem Artikel zurechtfinden und gleich zu den Themen springen, die dich interessieren:


1) Warum Madagaskar?

Spätestens seit dem Erfolg des gleichnamigen Kinohits MADAGASKAR, ist das, zum afrikanischen Kontinent gehörende, Inselland den Meisten ein Begriff. Auch, dass Madagaskar das Zuhause einiger äußerst seltener Tier-und Pflanzenarten ist, ist kein Geheimnis. Aber was hat das Land sonst noch zu bieten?

Was mich während unserer Madagaskar Rundreise am meisten fasziniert hat, war die extreme Diversität der einzelnen Regionen – landschaftlich wie kulturell. Wer mit dem Auto von der Hauptstadt Antananarivo in Richtung Süden fährt, kann innerhalb weniger Stunden 4(!) verschiedene Klimazonen durchqueren. Ein derart kontrastreiches Landschaftsbild auf so engem Raum zu erleben, ist wirklich überwältigend.

Die Bewohner Madagaskars verteilen sich auf insgesamt 18 Stämme, die sich untereinander nicht nur im Dialekt, sondern auch im Aussehen, ihren traditionellen Bräuchen und der lokalen Küche unterscheiden.

Die Landschaft verwandelt sich von trockener Hochebene in fruchtbares Hochland, dann in eine öde Steinwüste und schließlich in einen undurchdringlichen Regenwald. Abgesehen von den süßen Lemuren bekommt man in Madagaskar fast garantiert Chamäleons, farbenfrohe Eidechsen und Frösche, Vögel und mit etwas Glück die seltene Gattung der Fossa zu sehen.

Lemuren sind spätestens seit dem Film Madagaskar die bekanntesten Einwohner des Landes 🙂


2) Beste Reisezeit

Für eine Rundreise durch Madagaskar die beste Reisezeit zu bestimmen, ist nicht ganz einfach. Die verschiedenen Klimazonen des Landes bringen natürlich auch unterschiedliche Temperaturen und Niederschlagsraten mit sich.

Die Hauptreisezeit für Touristen liegt zwischen Juni und Oktober, denn während dieser Monate ist es fast in allen Regionen überwiegend trocken. Auch hält sich das Risiko für Umweltkatastrophen während dieser Zeit in Grenzen und vergleichsweise milde Temperaturen von 20-30 Grad machen besonders körperliche Aktivitäten wie Wandern angenehm.

Obwohl sich im Oktober im zentralen Hochland Madagaskars schon die ersten Unwetter ankündigen, haben wir diesen Monat als optimale Reisezeit empfunden. Nicht zuletzt lag dies an der der Möglichkeit, die unglaublich niedlichen Lemurenbabies mit ihren frisch gebackenen Eltern zu beobachten. Denn da Madagaskar südlich des Äquators liegt, bedeutet Oktober hier Frühling!

Reisfelder bei Antsirabe – dem zentralen Hochland


3) Sprache

Während unserer zwei Wochen in Madagaskar habe ich es trotz Bemühungen leider kaum fertiggebracht, meinen Wortschatz in der Landessprache Madagassisch nennenswert auszubauen. Das lag zum einen an der Andersartigkeit zu allen mir bisher bekannten Sprachen, zum anderen aber an der weiten Verbreitung der Kolonialsprache Französisch. Fast jedes Kind in Madagaskar wächst zweisprachig auf, daher konnte ich mein Anliegen in der Regel mit mein brüchigen Schulfranzösisch ausreichend kommunizieren.

Wenn du dein Schulfranzösisch vor deiner Madagaskar Rundreise etwas auffrischen möchtest (oder nie Französisch hattest), kannst du dies einfach und bequem online tun. Die Sprachkurse von Babbel sind günstig, unkompliziert und haben mir bei meinen Reisen schon das ein oder andere Mal die Kommunikation vor Ort erleichtert.

Obwohl du mit französischen Grundkenntnissen in Madagaskar wirklich gut aufgestellt bist, zaubert es den Einwohnern natürlich erst recht ein Lächeln auf die Lippen, wenn du sie in ihrer Landessprache begrüßt. Daher habe ich dir ein paar höfliche Floskeln auf Madagassisch aufgelistet:

  • „Salama“ – Hallo
  • „Veloma“ – Tschüss
  • „Eny“ – Nein
  • „Tsia“ – Ja
  • „Misaotra!“ – Danke!  
Lachene Mädchen Baobab Allee
Wenn alle Kommunikationsveruche fehlschlagen sind Lächeln & Handgesten immer eine gute Alternative 😉

4) Preise

Zunächst zum praktischen Teil. Die offizielle Währung in Madagaskar ist Ariary, eine Geldeinheit, die erst seit 2003 gültig ist. Aus diesem Grund können Preise in Geschäften, aber auch im Gedächtnis der (insbesondere älteren) Gesellschaft zum Teil noch veraltet sein. Es lohnt sich daher, bei Einkäufen stets nachzuhaken, ob Ariary oder der Madagaskar Franc gemeint sind. Denn wer den Preis einfach in Ariary bezahlt, gibt in manchen Fällen das Dreifache des eigentlichen Preises aus – und berichtigt wird man von den Verkäufern nur selten.

Umrechnungskurs (Stand 08/2019)

10€ = 41.000 Ariary
100€ = 410.000 Ariary

Geld umtauschen und abheben

Für den direkten Umtausch vor Ort eignen sich vor allem Eurosummen, da man dir hier im Gegensatz zum Dollar einen weit günstigeren Wechselkurs anbieten wird. Auch das Abheben von Ariary am Geldautomaten ist möglich, allerdings wirst du diese nur in den größeren Städten wie Antananarivo, Antsirabe, Tulear etc. vorfinden. Mit einer Kreditkarte direkt bezahlen zu können, ist außer in den modernsten Hotels und Touristenzentren eher eine Seltenheit.

Kosten für die Unterkunft

Die Qual der Wahl wirst du in Madagaskar – zumindest was deine Unterkunft angeht – wohl nicht haben. In den meisten Orten gibt es nur zwei oder drei offizielle Gasthäuser, von denen mit Glück eines online zu finden ist. Preise liegen in der Regel zwischen 40€ und 60€ pro Doppelzimmer, manchmal inklusive Frühstück, manchmal ohne. Orientieren kannst du dich weniger an Sternen oder Tripadvisor-Bewertungen, sondern eher an der Empfehlung deines Fahrers, eines lokalen Reiseveranstalters oder meiner Erfahrungsberichte zu Unterkünften in diesem Artikel.

Kosten für den Fahrer

Was du als Budget für einen privaten Fahrer einplanen solltest, hängt stark davon ab, mit wie vielen Personen du zusammenreist und ob du die Suche selbst in die Hand nimmst oder einen Reiseveranstalter beauftragst, einen vertrauenswürdigen Chauffeur für dich zu organisieren.
Als Richtwert: Wir haben für 14 Tage inklusive Auto, Trinkgeld und Spritkosten zu zweit rund 1.000€ für den privaten Transport während unserer Madagaskar Rundreise bezahlt.

Kosten für Fremdenführer & Nationalparks

Nationalparks sollten nie ohne Fremdenführer besucht werden, denn die wenigsten Wanderwege sind ausgeschildert und Erkundungen auf eigene Faust können sowohl für die Tiere als auch für dich gefährlich werden. Davon abgesehen ist es fast unmöglich, gut getarnte Lebewesen wie die Lemuren oder Chamäleons, ohne einen lokalen Guide aufzuspüren. Je nach Popularität des Nationalparks kostet ein Guide für einen halben Tag zwischen 5€ und 15€.

In der Regel musst du außerdem mit zusätzlichen Kosten für den Eintritt in die Nationalparks rechnen, aber auch hier überschreiten die Preise 15-20€ nur selten. Wenn du deine Madagaskar Rundreise über einen lokalen Reiseveranstalter buchst, sind die Kosten für den Eintritte meist im Gesamtpreis enthalten – Kosten für Fremdenführer vor Ort jedoch nicht.

Kosten für Verpflegung

Bei der Verpflegung kannst du im Vergleich mit europäischen Reiseländern wirklich sparen – es sei denn, du hast einen empfindlichen Magen. Die meisten Hotels und Gästehäuser haben ein eigenes Restaurant mit erschwinglichen Preisen von 5-6€ pro Mahlzeit. Streetfood und lokale Restaurants sind noch günstiger, aber da hier ausschließlich mit lokalen Produkten und Gewürzen gekocht wird, musst du eventuell mit Verdauungsproblemen rechnen. Was die einzelnen Lebensmittel angeht, habe ich einen preislichen Überblick für dich zusammengefasst:

  • Flasche Wasser: 0,50 €
  • Softdrinks (meistens gibt’s nur Fanta): 1,00€
  • Mittagstisch (lokales Restaurant): 3,00 – 4,00€
  • Salat: 1,50 – 2,00€
  • 1 Becher Kaffee: 1,00 €
  • 1 kleines Bier (0,33l): 1,50 €
  • 1 Glas Wein (0,2l): 4,00 €
  • Lokaler Rum (4cl): 1,00 €
  • Verpflegung: 10€/ Tag pro Person in lokalen Restaurants; 25€/ Hotelrestaurants + touristische Orte

Umgang mit Geld

Madagaskar zähl zu den 5 ärmsten Ländern der Welt und das werdet ihr auf eurer Rundreise durch das Land auch zu spüren bekommen. Als Europäer an den dürftig erbauten Holz- oder Lehmhütten vorbeizugehen oder -fahren, ist nicht nur erschreckend, sondern weckt (zumindest in mir) automatisch das Bedürfnis, die lokale Bevölkerung finanziell zu unterstützen. Dass man mit dem eigenen Geld und Spenden bewusst umgeht, ist aber besonders in einem armen und bildungstechnisch rückständigen Land wie Madagaskar unglaublich wichtig.

Einem Fahrer, Fremdenführer oder Hotelangestellten ein anständiges Trinkgeld zu geben, ist dabei völlig in Ordnung – ich würde aber abraten, auf der Straße mit Geldscheinen herumzuwedeln oder Kindern ein paar Münzen zuzustecken. Auch Süßigkeiten an kleine Kinder zu verteilen, wird diese zwar ungemein freuen, ihre ohnehin schon schlechten Zähne aber leider nicht.

Für eine 14-tägige Rundreise mit privatem Fahrer kannst du zusammengefasst also mit ungefähren Ausgaben von 1.500 bis 2000 Euro pro Person rechnen. Organisierte Touren beginnen bei 800€ pro Person. Zwar würde ich selbst eine Reise wenn möglich immer selbst organisieren, in Madagaskar war ich für die zusätzliche Hilfe in der Reiseplanung und -umsetzung aber doch ziemlich dankbar.

Local vegetable shop in Madagascar photo By: Ryan Albrey


5) Küche

Gemäß dem niedrigen Lebensstandard der Menschen in Madagaskar besteht auch die lokale Küche überwiegend aus sattmachenden und mit simplen Zutaten zubereiteten Gerichten. Besonders Cassava, Reis und Zebu (eine afrikanische Rinderart) sind Teil einer jeden traditionellen Mahlzeit, die mit Salz, Pfeffer oder Chillipaste gewürzt wird. Auch gebratenes Huhn mit einer Beilage aus Salat (bestehend aus Gurken und Tomaten in Öl und Essig) und Reis haben wir regelmäßig auf der Speisekarte finden können. An der Küste Madagaskar bieten die meisten Restaurants außerdem Meeresfrüchte wie Hummer, Garnelen und lokalen Fisch zu Schnäppchenpreisen (unter 10€ pro Portion) an.

Ich hatte den Eindruck, dass das Mittagessen für die meisten in Madagaskar lebenden Menschen die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, gefolgt von einer leichten Mahlzeit am Abend. Frühstück besteht in der Regel aus Obst, Keksen und ggf. etwas Toast, wird aber nicht selten auch einfach weggelassen.

Europäische Gerichte wie Pizza oder Pasta auf der Menükarte zu finden, ist auf Madagaskar immer ein Zeichen für hohe touristische Aktivität und dementsprechend mit höheren Preisen verbunden. Auch alkoholische und non-alkoholische Genussgetränke wie Bier, Wein, Cola und Fanta sind Importgüter und daher vergleichsweise teuer. Achte vor allem darauf, deine Wasserflaschenvorräte regelmäßig aufzufüllen, denn auf bestimmten Strecken kann es schon einmal vorkommen, dass ihr über einen längeren Zeitraum keinen Kiosk passiert – und davon, das Leitungswasser als Durstlöscher zu verwenden, werden dir sogar die hartgesottensten Reisenden abraten.

Wenn dir am Abend doch mal nach einem stärkeren Drink zu Mute sein sollte, kann ich dir eine Kostprobe des lokalen Rums sehr empfehlen. Obwohl ich zunächst skeptisch war, hat mir der selbstgemachte, mit Zimt, Ingwer und anderen Gewürzen eingelegte Getränk äußerst gut geschmeckt. Attraktiv sind auch die Preise für Madagaskars hochprozentiges Zuckerrübengetränk: Ein Glas (4cl) kostet in der Regel nicht mehr als 1-1,50€.

Trotz ihrer Einfachheit ist die madagassische Küche schmackhaft, nährstoffreich und bekömmlich. Halte dich einzig von den etwas zu abenteuerlustig aussehenden Straßenverkaufsständen und dem Leitungswasser fern, dann sollte sich auch dein Magen schnell an die lokale Küche gewöhnen.

Mangos am Straßenrand – immer eine gute Option auf einer Madagaskar Rundreise!


6) Gesundheit

Als eines der ärmsten Länder der Welt ist das Gesundheitssystem auf Madagaskar gelinde gesagt rückschrittlich. Die meisten Dörfer verfügen nicht einmal über ein Krankenhaus oder ein Ärztehaus, sondern haben nur einen örtlichen Hausarzt, der in den meisten Fällen keine Medizinerausbildung abgeschlossen hat.

Eine verlässliche Krankenversicherung mit Rücktransport nach Deutschland ist für deine Madagaskar Rundreise also Pflicht. Außerdem solltest du dich vor deiner Abreise von deinem Hausarzt beraten lassen und dir gegebenenfalls Malariaprofilaxe in Form von Tabletten verschreiben lassen. Da Madagaskar offizielles als Malaria-Risikoland gilt, sind diese vorbeugenden Tabletten zwar verschreibungspflichtig, die Kosten werden aber in der Regel von deiner Krankenkasse getragen. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann ich dir zusätzlich empfehlen, ein gutes Insektenspray in den Koffer zu packen.

Neben der Malariaprofilaxe benötigst du für deine Madagaskar Reise außerdem eine (aufgefrischte) Gelbfieberimpfung. Bei Ankunft am Flughafen wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach von den Behörden nach deinem Impfpass gefragt und ohne gültige Gelbfieberimpfung auch nicht ins Land gelassen. Die Impfung ist normalerweise unproblematisch und kann bei einem Hausarzt oder einem Gesundheitszentrum zu den Sprechzeiten spontan durchgeführt werden.

Wasserfall:natürliche Pools im Isalo Nationalpark
Natürliche Pools im Isalo Nationalpark


7) Sicherheit

Madagaskar ist ein Dritte-Welt-Land und leider zieht die hohe Armutsrate auch eine erhöhte Kriminalitätsrate mit sich. Trotzdem habe ich mich ehrlich gesagt zu keinem Zeitpunkt meiner Reise unsicher oder gar bedroht gefühlt. Zwar stehen neugierige Blicke und das Handaufhalten gegenüber Touristen für viele einheimische Kinder an der Tagesordnung, Aggressivität oder Aufdringlichkeit im Zusammenhang mit Geld habe ich aber nicht erlebt.

Generell würde ich für Madagaskar die gleichen Regeln wie für die meisten dir unbekannten Reiseländer aufstellen: Wer sich nicht leichtsinnig in prekäre Situationen begibt, ein wachsames Auge auf seine Habseligkeiten behält und es vermeidet, nach Anbruch der Dunkelheit alleine draußen herumzulaufen, dem wird auch nichts zustoßen.

Trotzdem kann es natürlich sinnvoll sein, für Madagaskar eine Zusatzversicherung für deine Wertgegenstände abzuschließen – oder diese gleich ganz zu Hause zu lassen.


8) Anreise & Visum

Direktflüge nach Madagaskar gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Flüge mit den besten Verbindungen werden von Äthiopien Air oder Air France betrieben, dauern um die 15 Stunden und beinhalten ein Stop-Over in Paris oder Addis Ababa.

Die beiden einzigen internationalen Flughäfen des Landes liegen in der Hauptstadt Antananarivo und auf der kleinen Insel Nosy Be. Letzter bedient vor allem die Resort-Urlauber der traumhaften Strände im Norden Madagaskars und eignet sich nicht als Ausgangspunkt für eine Madagaskar Rundreise.

Am Flughafen in Antananarivo angekommen, solltest du dich zunächst auf lange Wartezeiten gefasst machen, denn die Beamten an den Immigrationsschaltern verkörpern und leben die landeseigene Gelassenheit in vollen Zügen und lassen sich nur ungern von ungeduldigen Touristen drängeln. Dein Visum erhältst du gegen eine kleine Gebühr direkt bei der Ankunft am Flughafen. Je nach Länge deines Aufenthaltes (30,60 oder 90 Tage) kostet das Reisevisum zwischen 20€ (80.000 Ariary) und 35€ (140.000 Ariary) und kann in Euro, Dollar und mit etwas Glück (und dem richtigen Beamten) auch mit der Kreditkarte bezahlt werden.

Alternativ kannst du bereits von Deutschland aus ein Visum beantragen, allerdings verringert das die Wartezeit am Flughafen nur unerheblich.

Deine Ankunft auf Madagaskar gestaltet sich um einiges entspannter, wenn du im Voraus einen Flughafentransfer organisierst. Bei all dem Gewusel und selbsternannten Trägern, Chauffeuren und Taxis fällt es einem am Flughafen in Antananarivo wahrlich schwer, den Überblick und gleichzeitig ein Auge auf sein eigenes Gepäck zu behalten.

Die Alternative ist ein offizielles Taxi, welche dich am Eingang des Flughafens in Antananarivo reihenweise erwarten. Achte darauf, dass du auch tatsächlich in ein anerkanntes Taxi (meist weiße Autos) einsteigst und nicht mehr als 5-10€ (20.000-40.000 Ariary) bezahlst.


9) Rundreise-Tipps

Die beste Art, die grenzenlose Vielfalt des Landes zu erleben, ist eine Madagaskar Rundreise mit dem Auto. Selbstfahren in Madagaskar ist zwar theoretisch möglich, kann ich aber aufgrund der dürftigen Straßenverhältnisse nicht wirklich empfehlen.

Privater Fahrer

Vor Ort einen Fahrer anzuheuern, verschafft dir im Idealfall außerdem den Vorteil, rund um die Uhr einen Fremdenführer um dich zu haben, der auf deine Habseligkeiten aufpassen und dir gleichzeitig ein paar wissenswerte Fakten über deine Umgebung erzählen kann.

Außerdem kannst du dich zurücklehnen und die vielseitige Landschaft Madagaskars an dir vorbei sausen lassen, während sich dein Fahrer mit den unzähligen Schlaglöchern und die Straße blockierenden Kindern abmüht. Wenn du dir deinen Chauffeur über einen lokalen Reiseveranstalter oder ein Hotel organisieren lässt, brauchst du dich außerdem weder um Versicherungen noch um den Wagen kümmern.

Straßenverhältnisse

Die Straßen in Madagaskar als solide zu bezeichnen, wäre übertrieben, denn abgesehen von einer asphaltierten Hauptstraße, die sich von der Hauptstadt Antananarivo bis nach Tulear zieht, sind die übrigen Straßen des Landes nur äußerst schwer befahrbar.

Reiseroute

Obwohl es viele Touristen – und besonders frisch vermählte Hochzeitspaare – an die traumhaften Strände im Norden des Landes zieht, kann ich aus eigener Erfahrung vor allem einen Roadtrip im Süden und Südwesten Madagaskars empfehlen. In den beiden von uns besuchten Nationalparks Ranomafana und Isalo kannst du dir nicht nur Lemuren und andere exotische Tiere aus nächster Nähe anschauen, sondern auch einige tolle Wanderungen unternehmen, durch Schluchten klettern und in Wasserfällen baden.

Deine Madagaskar Rundreise sollte aber auch einen Abstecher nach Morondava beinhalten, ein Küstenort mehrere hundert Kilometer westlich von Antsirabe, in dem sich die berühmte Allee der Affenbrotbäume – Baobab Allee – befindet. Zwar ist die Fahrt von Antsirabe lang (rund 8 Stunden) und es gib kaum Orte, an denen man einen Zwischenstop einlegen könnte, dafür sind die gigantischen Affenbrotbäume aber umso atemberaubender. Spätestens während des Sonnenunterganges, wenn die riesigen, meterdicken Stämme der Baobabs lange Schatten auf den braunen Lehmboden werfen und einheimische Kinder mit bunter Kleidung an der Allee entlangtollen, weißt du, was mit dem Madagaskar-Feeling gemeint ist.

Genaueres zu den einzelnen Etappen meiner Madagaskar Rundreise findest du unter dem Abschnitt Orte & Sehenswürdigkeiten.  

Sonnenuntergang im Isalo Nationalpark

Inlandsflüge

Es gibt innerhalb Madagaskars genau eine populäre Inlandsflugroute: Tulear – Antananarivo. Madagaskar Air fliegt diese Strecke täglich und hat meistens Touristen an Board, die sich die lange, beschwerliche Rückfahrt zum Flughafen in Antananarivo sparen wollen. Auch ich habe mich nach meiner 13-tägigen Rundreise für diese kleine Abkürzung entschieden und dies keinen Moment lang bereut. Während man aus der kleinen, etwas wackeligen Maschine aus der Vogelperspektive auf die kontrastreiche Landschaft Madagaskars blickt, kann man kaum glauben, dass das Zurücklegen der 2-stündigen Flugstrecke mit dem Auto mehrere Tage gedauert hat.

Der einzige Haken dieses Inlandfluges ist die Unzuverlässigkeit der Fluglinie. Zwar kannst und solltest du den Flug von Tulear nach Antananarivo mehrere Monate im Voraus buchen – bis zum Morgen des Fluges bleibt aber noch eine erschreckend große Chance, dass dieser verschoben oder ganz abgesagt wird – aus welchem Grund auch immer.

Ein Roadtrip durch Madagaskar ist ein wahres Abenteuer!

10) Unterkünfte

Auswahl und Fülle an Unterkünften hängen in Madagaskar stark davon ab, wie touristisch die Orte, die du während deiner Rundreise besuchst, sind. In der Hauptstadt Antananarivo, sowie in Tulear an der Küste wirst du schon das eine oder andere Backpacker Hostel mit Schlafsälen, dürftigem Wifi und einer Gemeinschaftsküche finden. Außerhalb der Touristenzentren musst Du allerdings mit weniger Auswahl rechnen. Je schlechter die Infrastruktur in einem Teil des Landes ist, desto mehr Budget musst Du für deine Unterkunft einplanen.

Basierend auf meiner eigenen Reiseerfahrung kann ich dir die folgenden Hotels und Gästehäuser entlang unserer Reiseroute empfehlen:

Antananarivo: Hotel Belvedere

Die Hauptstadt Madagaskars ist hektisch und der Sicherheitsgrad kann je nach Nachbarschaft, in der du dich aufhältst, stark variieren. Um mit einem guten Gefühl in deinen Madagaskar Urlaub zu starten, empfehle ich dir daher, bei der Wahl deiner ersten Unterkunft besonders vorsichtig zu sein.

Das Hotel Belvedere befindet sich auf einer Anhebung am Stadtrand, eine Lage, die für spektakuläre Aussichten von der Restaurantterrasse über Antananarivo sorgt. Die Zimmer sind etwas dunkel, aber sauber und mit heißem Wasser ausgestattet. Alle Mahlzeiten können im hoteleigenen Restaurant eingenommen werden und entsprechen in etwa dem Preisniveau eines europäischen Mittelklassehotels. Das freundliche Personal spricht Englisch – was in Madagaskar ganz und gar keine Selbstverständlichkeit ist – und kann dir außerdem dabei helfen, die nächsten Schritte deiner Reise (Geldumtausch, Reiseveranstalter, privater Fahrer, Flughafenshuttle) zu organisieren.

Antsirabe: Couleur Café

Bei knapp 50€ pro Nacht kann man in Madagaskar in der Regel zuvorkommenden Service und eine saubere Unterkunft erwarten. Die Zimmer im Couleur Café sind wirklich wunderschön groß und lichtdurchflutet und verfügen alle über eine kleine Veranda, die in den wunderschönen Garten des Hotels blickt. Am Eingang des Couleur Café erwarten dich Sicherheitskräfte und Kofferträger, die mit Vergnügen auf dein Fahrzeug aufpassen und dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen – besonders, wenn du ihnen anschließend ein kleines Trinkgeld zusteckst. Das einzige, was an dieser Unterkunft zu wünschen übriglässt, ist das Frühstück, dass mehr oder weniger aus weißem Toast und Dosenbohnen besteht.

Morondava: Chez Maggie

In Morondava befinden sich aufgrund der berühmten Baobab Allee eine Reihe guter und preiswerter Unterkünfte. Das Chez Maggie liegt direkt am Strand und ist genau so gestaltet, wie man sich ein karibisches Inselparadies vorstellt. Auf dem Weg zu deinem Bungalowzimmer bewegst du dich auf Sandpfaden und Holzwegen, die sich elegant durch die hohen, im Wind wippenden Palmen schlängeln. Der kleine, aber erfrischende Pool ist besonders an windigen Tagen eine gute Alternative zum Strand und es gibt zahlreiche, zwischen Palmen aufgespannte Hängematten, in denen du dich von der langen Fahrt erholen kannst. Positiv überrascht hat mich vor allem die Qualität der Hotelküche, die in einer kleinen Strohhütte untergebracht ist und den absolut besten Krabbensalat zubereitet, den ich je gegessen habe!

Ranomafana: Manja Hotel

Mitten im Regenwald ist dieses Gasthaus der ideale Ausgangspunkt für einen Tagesausflug in den Nationalpark. Wenn man die vielen Stufen zu den, in kleinen Hütten untergebrachten, Zimmern erst einmal geschafft hat, ist die Aussicht über den umliegenden Wald ein wahrer Traum.

Die Wände der Zimmer sind nicht besonders dick -s o hat man nachts tatsächlich das Gefühl, mitten im Dschungel zu schlafen. Die hohe Luftfeuchtigkeit des Ranomafana Nationalparks zieht allerdings auch Mücken an, also achte darauf, die Türen und Fenster deines Raumes stets geschlossen zu halten. Die Preise im anliegenden Restaurant sind niedrig und das Essen solide. Weitere Optionen findest du auf dieser Übersichtsseite bei Booking.

Isalo Nationalpark: ITC Lodge

Die von einem sympathischen Holländer geführte Lodge liegt direkt am Parkeingang des Isalo Nationalparks und verzaubert mit einem großartigem Blick auf die Hochebene des Naturschutzgebietes – besonders während des Sonnenauf- und Sonnenunterganges. Die kleinen Hütten sind wie im Ranomafana Nationalpark sehr simpel ausgestattet (Bett, Toilette, Dusche), aber das Restaurant des kleinen Resorts verfügt über einen schönen Aufenthaltsraum und sogar die Internetverbindung ist (zumindest für Madagaskar-Verhältnisse) solide.

Sonnenuntergang über Isalo Hochebene (Blick vom Resort)

Tulear/Toliara: Chez Cécile

Wohl eher eine Strandbar mit ein paar angrenzenden Unterkünften als ein Hotel, aber dennoch empfehlenswert, ist das Chez Cécil in Tulear. Die kleinen Bungalows sind im Kreis um das Hauptgebäude und damit um die Bar selbst gebaut und bilden damit einen natürlichen Schutz gegen die feilschenden Händler, die unerlässlich den Strand hinauf und hinunter pilgern. Ruhige Nächte würde ich in dieser Unterkunft eher nicht erwarten, dafür aber internationale Gesellschaft, ausgelassene Stimmung und günstige Drinks!
Weitere tolle Optionen in Toliara findest du auf dieser Übersichtsseite von Booking.


11) Wetter & Kleidung

Südlich des Äquators liegend sind die Jahreszeiten in Madagaskar gegensätzlich zu den unseren, das heißt unserer Sommer bedeutet hier Winter, unser Winter Sommer. Im Durchschnitt bewegen sich die Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad, dabei hängen die Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsrate allerdings stark von den einzelnen Regionen und Klimazonen, in denen du dich bewegst, ab.

Das Klima im Norden & Westen

Tropisches Savannenklima sorgt an der Nord- und Westküste Madagaskars fast das ganze Jahr über für sommerliche Temperaturen (durchschnittlich 26 °C) und Karibik-Feeling. In der Trockenzeit von Mai bis Oktober sind bekannte Urlaubsorte wie die Insel Nosy Be und Morondava im Westen Madagaskars daher beliebte Reiseziele für Strandurlauber und Hochzeitsreisende. Auch für deine Madagaskar Rundreise eignet sich diese Zeit am besten, da Straßen zwar etwas staubig und trocken, aber sicher und befahrbar sind.

Sobald die Regenzeit im November beginnt, bricht an der Westküste regelmäßig der Himmel auf und die dürftig präparierten Straßen schwimmen einem förmlich unter den Rädern weg.

Das Klima im Zentrum

Unserer gemäßigten Klimazone in Nordeuropa am ähnlichsten ist das Klima im zentralen Hochland Madagaskars. Im Winter ist es auf der Ebene zwischen Antananarivo und Antsirabe erstaunlich kühl, die Temperaturen sinken nachts auf 10 °C und schaffen es auch tagsüber nicht über die 20 °C – Marke zu klettern. Von November bis April regnet es auch auf der Hochebene häufiger, aber für einen Roadtrip eignet sich die Strecke zwischen der Hauptstadt und Antsirabe im Grunde ganzjährig.

Reisfelder und Fluss bei Antsirabe im Zentrum Madagaskars

Das Klima im Osten

Da an der Ostküste ein tropisches Regenwaldklima mit ständig hoher Luftfeuchtigkeit herrscht, halten sich die meisten Touristen bevorzugt im Norden und Nordwesten des Landes auf. Der Südostpassat sogt fast das ganze Jahr für hohe Niederschlagsraten (ca. 2000 – 2500 mm im Jahr), begleitet von einer relativ beständigen Durchschnittstemperatur von 28-30 °C.

Auch Naturkatastrophen wie Zyklone sind an der Ostküste Madagaskars leider keine Seltenheit. Besonders in den Monaten Januar, Februar und März suchen Zyklone diesen Teil des Landes heim und sind für deine Madagaskar Rundreise daher während dieser Zeit ehere weniger geeignet.

Das Klima in Südwesten

Weder vom Südostpassat noch vom Nordwestmonsun erreicht, wird der Südwesten Madagaskars. Hier haben Einwohner mit Trockenheit und Wassermangel zu kämpfen, denn es regnet im Durchschnitt kaum mehr als 300 mm im Jahr. Achte also in diesem Teil des Landes stets darauf, ausreichend Wasser für dich und die Kühlerhaube deines Wagens dabei zu haben.

Kleidung

Da du während deines Madagaskar Urlaubs höchstwahrscheinlich mehrere Klimazonen durchfahren wirst, sollte auch deine Reisegarderobe dementsprechend ausgerüstet sein. Eine dicke Winterjacke wirst du auf Madagaskar nicht brauchen, dafür aber eine Regenjacke, sowie viel luftige, lange Kleidung, die dich tagsüber vor der Sonne und abends und nachts vor Insekten schützt.

Leichte Trekkingschuhe sind das ideale Schuhwerk für eine Madagaskar Rundreise, wenn du wie die meisten Touristen vorhast, die Lemuren im Ranomafana Regenwald zu besuchen und durch die bildschönen Schluchten im Isalo Nationalpark zu klettern. Sandalen und Flipflops eignen sich zwar für den Strand, sind mit Rücksicht auf die hier vorkommenden giftigen Schlangen und Frösche aber nicht empfehlenswert.

Das sollte in deinem Madagaskar – Reisegepäck auf keinen Fall fehlen:


12) Madagaskar Highlights

Madagaskar ist zwar eine Insel, aber landschaftlich wie kulturell unglaublich vielseitig. Leider lässt die Infrastruktur in weiten Teilen zu wünschen übrig, daher sind viele Orte im Norden des Landes für Touristen kaum zugänglich. In diesem Abschnitt verrate ich dir nun, welche Sehenswürdigkeiten und Orte sich für deine Madagaskar Rundreise nicht nur lohnen, sondern auch vergleichsweise einfach erreichbar sind.

Antananarivo

Einzig als An-und Abreiseort meiner 14-tägigen Rundreise dienend, kann ich leider nicht behaupten, Antananarivo genauer kennengelernt zu haben. Meines ersten Eindruckes nach zu urteilen, trifft der Begriff ‚organisiertes Chaos‘ die Atmosphäre in der Hauptstadt Madagaskars wohl am treffendsten.

Während unserer Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel am Stadtrand mussten wir Kühen ausweichen, die mitten auf der Straße standen, wurden von Rikscha Fahrern überholt und fuhren durch Seitenstraßen, die eher für Pferde als für Autos gemacht zu sein schienen.

Obwohl der (extrem geringe) wohlhabende Teil der Bevölkerung seine Häuser im direkten Umland Antananarivos hat, macht die Stadt einen armen und leicht heruntergekommen Eindruck. Viele der aus der Kolonialzeit übriggebliebenen Herrschaftshäuser sind halb zerfallen und wo sich moderne Shoppingmalls an schmutzige Slums reihen, fragt man sich wirklich, für wen (und mit welchem Geld) diese übergroßen Einkaufshäuser gebaut wurden – denn die durchschnittliche Bevölkerung in Antananarivo kann sich ausgelassenes Shoppen mit Sicherheit nicht leisten.

Sonnenuntergang in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars

Antsirabe & das Hochland

Sobald du das Stadtzentrum der hektischen Hauptstadt hinter dir gelassen hast, fühlt sich die Luft im Handumdrehen klarer und das Leben entspannter an. Die Besiedelung wird mit zunehmender Distanz vom Stadtrand spärlicher – die grünen Reisplantagen an sich vorbeiziehen zu lassen, hat fast schon eine meditative Wirkung.

Nach gut 3 Stunden Fahrt erreichst du die alte Kolonialhauptstadt Antsirabe (madagassisch: „Die Stadt des vielen Salzes“), welche optisch jedoch zum Glück wenig mit Antananarivo gemein hat. Auf den breiten, von Bäumen umsäumten Straßen tuckern junge Rikscha-Fahrer gemächlich und lachend vor sich hin, während ältere Damen am Straßenrand saftige Mango und frische Ananas verkaufen.

Besonders sehenswert sind der antike rot-golden bemalte Bahnhof, die ehemalige Therme, sowie das beeindruckende Herrschaftshaus, das der französischen Königsfamilie während der Kolonialzeit als Hauptsitz in Madagaskar diente.

Reisfelder und Kirche bei Antsirabe
Reisfelder und Kirche bei Antsirabe

Morondava & Die Baobab Allee

Eines der ikonischsten und meist-fotografierten Fotomotive Madagaskar ist die Baobab Alle oder auch Allee der Affenbrotbäume im Westen des Landes. Die Fahrt von Antsirabe nach Morondava ist lang und kurvenreich, aber die 10 Stunden im Auto lohnen sich auf jeden Fall. Morondava selbst ist ein kleiner Küstenort mit einigen touristischen Hotels und Gästehäusern, einem schönen Sandstrand und Palmen, soweit das Auge reicht.

Die besten Zeiten für einen Besuch der Baobab Allee sind Sonnenauf- und Sonnenuntergang, aber wenn du diesen magischen Ort menschenleer fotografieren möchtest, musst du im wahrsten Sinne des Wortes früh aufstehen. Die jahrhundertealten Bäume im warmen Licht der untergehenden Sonne zu betrachten, ist aber ein so einzigartiges und wunderschönes Erlebnis, dass es sich auch gut mit anderen Bewunderern teilen lässt.

Die Baobab Allee
Die Baobab Allee ist während der Golden Hour wahrlich eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten in Madagaskar!

Nach Oben

Ranomafana Nationalpark

Was wäre ein Madagaskar Urlaub ohne Lemuren? Im Ranomafana Nationalpark wirst du mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auf die putzigen Wesen treffen und kannst diese mit ein bisschen Glück aus nächster Nähe sehen. Der Regenwald Ranomafana beherbegt 12 verschiedene Lemurenarten, sowie zahlreiche exotische Vogel- und Reptilienarten.

Einen Fremdenführer zu arrangieren, ist im Ranomafana Nationalpark Pflicht und kostet um die 15€ (55.000 Ariary) für einen halben Tag.

Die immense Fläche des Regenwaldes (416 km²) macht es allerdings auch Forschern und Guides unmöglich, alle Ecken des Naturschutzgebietes zu überblicken. Der Goldene Bambuslemur wurde als einer der letzten unbekannten Lemurenarten erst vor einigen Jahren entdeckt – wer weiß schon, wie viele exotische Tiere sich im Ranomafana Nationalpark heut noch vor unseren Augen verstecken!?

Ein Sifaka Lemur im Ranomafana Nationalpark

Anja Park

Sich als Organisation für nachhaltigen Tourismus einzusetzen, setzt in Madagaskar viel Geduld und Willensstärke voraus. Die dramatischen Konsequenzen der massenweisen Rodung sämtlichen Waldbestandes und das damit einhergehende Aussterben der Artenvielfalt auf der Insel ist der durchschnittlichen Bevölkerung nicht klar und die ständig wechselnde Regierung kümmert sich kaum.

Umso lobenswerter ist das Projekt der Anja Miray Assoziation, die es innerhalb von 10 Jahren fertiggebracht hat, die vom Aussterben bedrohten Katta-Lemuren aufzupeppeln und zahlreichen weiteren Tierarten ein neues Zuhause zu geben.

Flächenmäßig ist der 30 Hektar große Anja Park dem Ranomafana Nationalpark um einiges unterlegen, weshalb ein Besuch in diesem Naturreservoir um einiges kurzweiliger gestaltet werden kann – wenn man nicht an dem entzückenden Bild der ringelschwänzigen Katta-Lemuren hängenbleibt.

Besonders kurz nach der Dämmerung, in den frühen Morgen- und Abendstunden sind die Lemuren sehr aktiv und springen lebhaft und scheinbar ohne Scheu auf den Bäumen und Felsen des Reservoirs herum.

Kattalemur im Anja Park
Kattalemur im Anja Park

Isalo Nationalpark

Landschaftlich war der Isalo Nationalpark das unübertroffene Highlight meiner Madagaskar Rundreise. Das rote Sandsteinmassiv mit seinen vielen Schluchten, Höhlen und Wasserfällen erinnert stark an den Grand Canyon in Arizona – nur ist der Nationalpark um einiges ruhiger. Zwar ist Isalo mit rund 30.000 Besuchern der meistbesuchte Nationalpark Madagaskars, das Naturschutzgebiet ist aber so weitläufig, dass du während einer Wanderung nur wenigen Touristen begegnen wirst.

Der Isalo Natinalpark eignet sich perfekt zum Wandern, Klettern und Schwimmen, darf aber nicht auf eigene Faust, sondern sollte mit einem lokalen Guide besucht werden, den deine Unterkunft für dich organisieren kann. Wenn du magst, kannst du deinen Guide darum bitten, den Park schon vor Tagesanbruch zu betreten um Zeuge des spektakulären Sonnenaufgangs über der Steppe des Isalo Hochlandes werden.

Wandern im Isalo Nationalpark – besonders beeindruckend beim Sonnenaufgang!

Die Strände in Tulear/Toliara

Der Küstenort Tulear ist wohl der einzige Ort auf Madagaskar, den ich im weitesten Sinne als Backpacker Destination bezeichnen würde. Der Strand in Tulear ist so übersäht mit feilschenden Händlern und Frauen, die dir eine Massage anbieten wollen, dass man sich schon fast vorkommt wie auf Mallorca. Auch preiswerte Unterkünfte gibt es hier viele, die du aller Wahrscheinlichkeit nach mit anderen europäischen Reisenden teilen wirst.

Tulear ist vielleicht nicht der authentischste Ort in Madagaskar, dafür aber eine perfekte Endstation für deine Madagaskar Rundreise. Du kannst unter den schattigen Palmen dösen, Rum aus Kokosnusschalen trinken und die aufregenden Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren lassen.

Strände von Toliara (photo by: Nekenasoa)


13) Touren in Madagaskar

Wer heute nach Madagaskar reist kann sich nur schwer vorstellen, dass das Land ursprünglich zu 90% mit Wald bedeckt war. Sei es der mangelnden Bildung oder der extremen Armut der Bevölkerung geschuldet, bis heute werden jährlich rund 120.000 Hektar Wald abgerodet – ein Trend der das Inselland schon in 40 Jahren Wald-frei machen könnte und außerdem einen Großteil der Artenvielfalt aus seinem natürlichen Lebensraum vertreiben und schließlich ausrotten.

Mora Travel

Es gibt ein paar Reiseveranstalter, die sich bemühen, nachhaltigen Tourismus in Madagaskar voranzutreiben. Bei der Planung unserer Madagaskar Rundreise hat uns Mora Travel nicht nur dabei geholfen, eine realistische Reiseroute zu planen, sondern auch einen engagierten und sehr kompetenten Fahrer organisiert. Mora Travel arbeitet ausschließlich mit Hotels zusammen, die ihre Angestellten fair bezahlen und legt außerdem großen Wert darauf, Touristen für die Armut und Umweltprobleme des Landes zu sensibilisieren.

G Adventures

Auch GAdventures, die eng mit Mora Travel zusammenarbeiten, achten auf das bewusste Reisen ihrer Passagiere, besuchen lokale Gemeinschaften wie den Anja Park und engagieren sich mittels eines Baumpflanzungsprojekt im Isalo Nationalpark. Beide Reiseveranstalter kann ich dir wärmstens empfehlen und habe ihre Tourenangebote im Anschluss für dich aufgelistet:

  • Madagaskar – Baobab-Allee & Tsingy-Nationalpark (8 Tage): Bei dieser Tour bekommst du für wenig Geld viel geboten. Im Reisepreis sind Transfers, alle Unterkünfte, 3x Frühstück / 3 Abendessen, ein Kanu-Ausflug auf dem Manambolo, eine geführte Besichtigung des Strengen Naturreservats Tsingy de Bemaraha und Guides enthalten.
  • Die Highlights von Madagaskar (14 Tage): hier ist der Name Programm – es geht einmal quer über die Insel, u.a. mit Besuchen des Anja Reservats, dem Isalo Nationalpark und des Andasibe-Indri-Reservat. Im Reisepreis sind Transfers, Inlandsflug, alle Unterkünfte inkl. Homestay, zahlreiche Tagestouren und Guides enthalten.
  • Madagaskar – Die ultimative Reise (22 Tage): wie der Titel der Reise erahnen lässt bekommst du hier das Komplettprogramm. Diese Tour vereint alle anderen Madagaskar Touren und bringt dich zu allen Highlights der Insel. Im Reisepreis sind Transfers, Inlandsflüge, Eintritte, alle Unterkünfte inkl. Homestay, einige Mahlzeiten, zahlreiche Tagestouren und Guides enthalten.
Sonnenaufgang im Isalo Nationalpark

14) Mein Fazit

Madagaskar ist ein unglaublich schönes Land, dass mich in all seiner Vielfalt wirklich beeindruckt hat. Von den putzigen Lemuren im Ranomafana Nationalpark über den spektakulären Sonnenaufgang im Isalo Nationalpark bis hin zu unserem Besuch der berühmten Baobab Allee würde ich keinen Moment dieser außergewöhnlichen Rundreise missen wollen, die zwar nicht immer bequem, aber unglaublich bereichernd war. Wenn du noch Fragen zu bestimmten Etappen deiner Rundreise oder deinem Madagaskar Urlaub im Allgemeinen hast, hinterlasse mir diese gerne in einem Kommentar!

Riksha Fahrer in der Baobab Allee


Hast du weitere Reisetipps für eine Madagaskar Rundreise?

Diesen Reiseführer habe ich für dich erstellt, auf Basis meiner Zeit vor Ort. Falls du auch schon eine Rundreise in Madagaskar gemacht hast und weitere Madagaskar Reisetipps teilen möchtest, kannst du dies in den Kommentaren tun. Wenn etwas unklar ist oder du weitere Fragen hast kommentiere unter dem Beitrag. Wenn du den Guide hilfreich findest teile ihn gerne mit deinen Freunden oder verlinke ihn auf deiner Webseite!

Landschaft im Isalo Nationalpark – ein MUSS auf deiner Madagaskar Rundreise


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