Backpacking Chile Steve on tour

onTour #015: Volcano Villarica

The Villarico Volcano is the second most active volcano in South America and the main reason of my stay in Pucon. My plan was to climb the most dangerous volcano (du to the short distance to pucon), but i knew that this would be not easy to do. A lot of people are waiting since a few days for the right weather conditions – the forecast for Thursday was good so i decided to book the tour for this day. In the agency we get the stuff we needed: climbing boots, Crampons, Helmet, Jacket & Pants, Backpack and an Icepick. We started at 7h with the bus and started our walk from the parking space of “Ski Pucon”, we didn't took the chairlift – because of the different speed our group was divided into the fast and the slow group. The fast group was Alejandro (our guide), John and me – we made a good pace and passed some groups in front of us. The terrain got steeper and steeper, crampons werde needed and even the icepick – it was a hard 5-6h walk in serpentines sometimes with a hard wind coming from the side. But finally we made it to the top and we were the first group due to the fact that we were just 3people and very sportive (ok, alejandro makes this nearly every 2nd day). What a great view, it was worth it and the way down was more fun: we were sliding down the hill very fast – in the evening we relaxed in the Hot Springs.

(German Post) Der Villarica ist der zweitaktivste Vulkan Südamerikas und zugleich der gefährlichste – durch die direkte Lage der Stadt Pucon zu seinen Füßen. Der 2847m hohe Kegel hat einen offenen Krater aus dem Rauch und Lava aufsteigt – nachts kann man sogar von Pucon aus deutlich ein rotes leuchten an der Spitze des Vulkans erkennen. Seit 1558 wurden 50 Ausbrüche registriert -mal stärker, mal schwächer- die aktuellsten datieren aus den Jahren 1971 und 1984. Beim Ausbruch 1971 öffnete sich ein 4km breiter Spalt aus dem ca. 30mio m³ Lava austraten – ein Strom aus Lava endete dabei im Fluß Challupén, er war 14km lang, 200m breit und 5m dick. Das gefährlichste ist jedoch nicht die Lava an sich – 1971 schmolz sehr viel Gletschereis und vermengte sich mit dem Erdreich zu gewaltigen Schlammlawinen.

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Der Grund meiner Reise nach Pucon ist eng verbunden mit dem rauchenden weißen Riesen – eine Besteigung des Vulkans, ein Blick in seinen Schlund und eine Aussicht die seinesgleichen sucht sollte das Highlight meiner Reise werden. Das diese Unternehmung nicht als normale Wanderung eingestuft werden kann, war mir bereits im Vorfeld klar – in den Wochen zuvor habe ich mich jedoch ein wenig vorbereitet und an meiner Kondition gearbeitet. Besonders zu dieser Zeit gestaltet sich eine Besteigung besonders anspruchsvoll: während im Sommer nur Teile des Vulkans mit Schnee versehen sind, sieht man sich in den anderen Monaten mit ausgearperten/sehr harten Schneedecken konfrontiert. Hinzu kommen schwierige Wetterbedingungen die in 80% dazu führen das eine Besteigung nicht möglich ist.

Glücklich wie ich bin, sollte eine Besteigung am Mittwoch möglich sein – viele Gruppen warteten schon seit einigen Tage in Pucon auf diesen Tag. John und ich buchten die Tour und wurden noch am Vortag zur Anprobe der umfangreichen Ausrüstung bestellt – im gleichen Zug mussten wir ein Formular ausfüllen, in welchem wir versicherten das wir uns gesundheitlich und konditionell in der Lage fühlen und keine der genannten Probleme vorweisen können. Wir ließen uns im Hostel weitere Tipps zur Verpflegung und Kleiderwahl geben und deckten uns im Supermarkt mit Schoki, Getränken, Müsliriegeln und elektrolythaltigen Getränken ein. Der Wecker wurde auf 6:30h gestellt – vor dem Schlafengehen beobachteten wir den klaren Sternenhimmel und konnten zum ersten Mal einen wolkenfreien Blick auf den Roten Gipfel erhaschen.

Die Tour startete um 7h am Büro der Agentur, hier zogen wir uns die gestellte Ausrüstung an: Bergsteigerschuhe, Jacke, Hose, Wasserfeste Knöchelschoner, Helm. Zudem bekamen wir einen großen Rucksack, in welchem sich die später benötigten Steigeisen befanden – den Eispickel bekamen wir direkt in die Hand gedrückt. Der Bus der uns abholte war bereits mit weiteren 4Teilnehmern aus Brasilien gefüllt – es ging los: zum Parkplatz am Fuße des Vulkans. Dort angekommen waren wir inmitten des Skigebiets “Ski Pucon” – Skilifte ermöglichen hier wintersport auf dem Rücken des Villarica. In der Hochsaison und im Sommer hat man hier auch mit den Bergtouren die Möglichkeit den Sessellift zu nehmen und die erste Etappe der Tour zu überspringen – zur Zeit geht dies nur an bestimmten Tagen. Wir entschieden uns für die ganze Tour zu Fuß und sahen auf unserem Weg bereits einige Gruppen am Berg vor uns.

Unsere Gruppe war mit 2Bergführern versehen und splittete sich nach ca. 30min – ein Führer blieb hierbei bei den langsameren und der andere ging mit John und mir voran. Nach 1h hatten wir bereits einen beachtlichen Vorsprung und passierten die erste Gruppe – wir waren gut drauf, unser Guide Alejandro sowieso (er macht die Tour merhmals in der Woche). Während der erste Teil -im Skigebiet- eher einer steilen Wanderung entsprach, wurde es nun anspruchsvoller: wir mussten die Steigeisen anlegen und wurden über die Verwendung des Eispickels aufgeklärt. Die Temperatur wurde merklich kühler und der Wind stärker: Alejandro erklärte uns, das wir aufgrund des steilen Terrains gezwungen sind Serpentinen nach oben zu gehen und strikt darauf achten sollen eine Linie zu bilden. Die Gespräche brachen abrupt ab, der Blick war auf Füße und das Terrain direkt vor uns gerichtet – es wurde anstrengend, jeder konzentrierte sich auf sich selbst.

Nach 1h erreichten wir die Bergstation des obersten Skilifts und machten die erste größere Pause – Nahrungsaufnahme, Wasserzufuhr und Sonnencreme waren angesagt. Auf unserem Weg hierher hatten wir zudem eine weitere Gruppe überholt, mit der wir nun zusammen das Panorama genoßen. Wir erfuhren später das von den aufgebrochenen Gruppen nur 90% diesen Punkt erreichten, weitere 40% brachen später hier ab. Somit machten sich nur die Hälfte auf den restlichen Weg nach oben, dem anspruchsvollsten Teil der Strecke. Unser Guide sagte uns das wir eine sehr gute Geschwindigkeit haben und es evtl. als erste auf den Gipfel schaffen könnten – mit unserem derzeitigen Tempo hätten wir noch 3h steilen Aufstiegs vor uns. John und ich stimmten überein das wir gut mit den Anstrengungen zurechtkommen und brachen zur zweiten Hälfte des Weges auf.

Die Schneedecke war nun meterdick, vereist und sehr steil. Wir überholten die Spitzengruppe und waren nun in vorderster Position: dies bedeutete aber auch, das es nun an uns war den Weg für alle folgenden zu bereiten – mit den Steigeisen mussten wir nun noch fester auf die vereiste Oberfläche einwirken. Wir arbeiteten uns Stück für Stück voran – die Aussicht wurde immer besser, wir befanden uns nun über der Wolkendecke. Mit dem Eispickel hackten wir Löcher in den Berg – unsere Sitze für die nächste kurze Pause, bei der wunderbare Fotos entstanden – die Schokoladenvorräte waren nun auch fast aufgebraucht. Zudem galt es nun verstärkt darauf zu achten nichts fallen zu lassen – alles was runterfällt gleitet nahezu in freiem Fall den Berg hinunter. Vor ein paar Jahren ist ein Teilnehmer an dieser Stelle gestürzt und 30m in die Tiefe gerutscht – nur ein Fels verhinderte Schlimmeres und fing seinen freie Fall ab. Wenn man solche Storys im Vorfeld hört, hat man umso mehr Respekt vor dem Berg.

Der Eispickel kam hauptsächlich für die Gewichtsverlagerung gen Berg zum Einsatz, d.h. er musste immer auf der Bergseite getragen und mit der Hand von oben umfasst werden – beim Richtungswechsel, bedingt durch die Serpentinenbewegungen, musste die Seite gewechselt werden. Mit andauernder Zeit wurden diese Handlungen quasi automatisiert, das Tempo war gut und wir drei liefen wie ein Uhrwerk dem Gipfel entgegen. Beim Überschreiten einer Kuppe frischte der Wind merklich auf und erwischte uns heftig von der Seite, sodass man sich dagegen lehnen und das Gesicht schützen musste. Noch 1,5h lagen vor uns.

Alle 20min machten wir eine kurze Verschnaufpause – die Muskeln brannten nun merklich aber jede Pause wirkte wie ein Jungbrunnen. Unsere Motivation war ungebrochen, die kleine Gruppengröße ermöglichte einen Gipfelsturm um wahrsten Sinn des Wortes. Um etwa 13h oder 13:30h war es soweit: wir standen auf dem Villarica Vulkan, fielen uns in die Arme und genoßen den Moment – wir hatten es tatsächlich als erste auf die Spitze geschafft!

Natürlich war ich für diesen Moment vorbereitet und holte zum erstaunen vieler nachkommender Gruppen ein Bier aus meinem Rucksack hervor – typico aleman. Über eine Schneekuppe kamen wir zum inneren, durch die wärme schneefreien, Kraterrand und konnten in den Schlund des Vulkans sehen – heute war jedoch leider keine Lava zu sehen, nur Rauch. Zwischenzeitlich drehte desöfteren der Wind und bließ den Rauch in unsere Richtung, was sich als sehr unangenehm erwieß – die schwefelhaltige Luft machte das atmen schwer und löste Hustenanfälle aus. Nach ein paar weiteren Fotostopps und einem Snack bereiteten wir uns für den spaßigen Part vor: das hinabrutschen.

Wir montierten die Steigeisen ab und schnallten uns eine Gleitmatte um den Hintern – der Rucksack wurde fest verschnürt. Es ging zurück zum äußeren Kraterrand und Alejandro erklärte uns wie die ganze Sache funktionieren soll: der Eispickel dient nun als Steuer und als Bremse, auf keinen Fall dürften wie ihn verlieren. Uns kamen noch einige Gruppen entgegen – wir setzten uns, nahmen die Füße nach oben und rutschten in hohem Tempo den Hang hinunter. Am ersten Stopp sahen wir nach oben, für diesen Part hatten wir bergauf nahezu eine Stunde benötigt – nun passierten wir diese Stelle in unter 1 Minute. So rutschten wir immer weiter hinab, es machte Riesenspaß – nur die letzten Kilometer waren nicht steil genug. Für das letzte Stück des Wegs hatten wir, im Gegensatz zum Vormittag, freie Sicht auf Pucon und den Largo Villarica.

Am Abend waren wir dementsprechend geplättet, hatten jedoch noch ein Highlight vor uns: die heißen Quellen. Gegen 20h wurden wir vom Hostel abgeholt und verbrachten 1,5h in heißen Naturpools unter freiem, sternenklaren Nachthimmel – genau der richtige Ausklang für diesen Tag.

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  • eTilo

    für das erlebnis beneiden dich sicher sogar viele chilenen.

    btw: bei wir wird die hälfte der fotos nicht geladen

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