Backpacking Chile Steve on tour

onTour #005: Semi Cama a San Pedro

(German Post) Wenn man in Chile eine Busreise unternimmt, hat man je nach Fahrstrecke, Anbieter und Länge der Reise verschiedene Optionen zur Auswahl, was den Comfort des Fortbewegungsmittels anbelangt. Da ich für meine Reise nach San Pedro 23h vor mir hatte und TurBus die Strecke fuhr boten sich an: Premium, Cama, Semi Cama und ganz selten Standard.Letztgenanntes steht hierbei für den normalen Reisebuss-Sitz, Semi-Cama hingegen bietet mehr Platz und einen weit nach hinten verstellbaren Sitz – zudem gibt es eine ausklappbare Fußablage sowie TV-Screens in jeder 4ten Reihe, Cama steht für die Buisness Class – will heißen: weniger Sitze und alle sind komplett zu einem Bett verstellbar, Premium habe ich leider bisher nicht einsehen können – steht jedoch für die First Class. Das Beste an der Sache ist jedoch der Preis: für ca. 30€ bekommt man für die Strecke von 1700km einen Semi-Cama-Sitz, Verpflegung, ca. 5Filme und Kissen&Decke gereicht.

Direkt nach dem Start kam ich mit Mike und Markus ins Gespräch, die beiden saßen direkt vor mir und befinden sich auf einem spontanen Kurztrip nach Chile&Bolivien – beide studieren derzeit in Mendoza/Argentinien und kommen ursprünglich aus Deutschland. Da die beiden nicht alleine reisten, lernte ich kurze Zeit später auch noch 5Mädels und Carlos kennen – alle 6 machen ebenfalls ein Auslandssemester in Mendoza und kommen von den Kanaren (Universidad de Las Palmas). So gestaltete sich die Reise nicht allzu langweilig – Gespräche verkürzen eine so lange Fahrt doch ungemein. Zudem wurden wir zu Beginn gleich mit Decken und Kissen versorgt – die Nacht war ruhig, ich konnte dennoch nicht mehr als 4h schlafen.

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(Bienvenidos a en norte)

Während wir zu Anfang noch an der Küste entlang fuhren, änderte sich das Bild der Landschaft allmählich – ab Mittag fuhren wir nur noch durch karge, immer dünner besiedelte Wüstenlandschaft. Ab und an sahen wir auch kurioses, wie beispielsweise die Gesteinsformation auf dem Bild, die wie eine Hand aussieht. Zwischendurch gab es alle 5h auch kurze Pausen von ca. 30min – Zeit genug um sich ein wenig die Beine zu vertreten und etwas zu essen.

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(welch charmantes Städtchen, da vergisst man doch glatt den Namen)

Das Essen an Bord war zwar ganz nett gemeint, leider aber recht spärlich: zum Frühstück gab es 100ml O-Saft in einer Art Joghurtbecher und dazu 1Keks(1), zum Mittag erhielten wir eine Scheibe zusammengeklapptes Toastbrot mit Salami und diesmal sogar 300ml Saft. Die Zeit die ich nicht mit Schlemmen verbrachte nutzte ich sonst mit lesen, vergeblichen Versuchen zu schlafen, PSP spielen, Blogbeitrag schreiben und Film schauen und -man glaubt es kaum- irgendwann sind auch 23h Busfahrt Geschichte.

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(unsere kleine Reisegruppe)

Da standen wir nun im Dunkeln mitten auf einem staubigen Platz am Ortsrand eines uns unbekannten Ortes, wir folgten daher den Beschreibungen meines Lonely Planets und gingen in irgendeine Richtung. Natürlich stellte sich diese als falsch heraus, dennoch gelangten wir nach wenigen Metern an ein Hostel. Die Gruppe wollte am nächsten Morgen nach Bolivien weiterfahren und dementsprechend nur eine Nacht bleiben, sowie am nächsten morgen sehr früh aufstehen – also spielte ich mit dem Gedanken mir eine anderes Hostel zu suchen. Zu unserem Erstaunen (schließlich ist gerade Nebensaison) teilte man uns mit das es derzeit schwierig sei in San Pedro Zimmer zu finden. Dennoch war für die 8 ein Bett frei, wir verabredeten uns für später und ich machte mich auf die Suche nach meiner Bleibe. Das erste Hostal hatte leider nur ein Bett für eine Nacht, die darauffolgenden Nächte hätte ich alleine ein DZ belegen müssen – was sehr teuer geworden wäre. So zog ich weiter und wurde schließlich doch fündig: ein kleines Hostel hatte noch ein ganzes Dorm frei – so bezog ich alleine ein 6Bettzimmer und bekam kurz die Anlage gezeigt. Ich schlafe in einem Raum mit Lehmwänden und einem Dach aus Holz und Ästen, die Betten sind relativ einfach – das Bad befindet sich unter freiem Himmel und hat nur von 7h-22h Wasser, warmes Wasser gibt es nur selten. Die gesamte Anlage macht einen gepflegten Eindruck, die Besitzer sind nett und die Nacht kostet nur umgerechnet 12€.

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(los Alemanes)

Nach Check-In und kurzer Wäsche ging ich auf Erkundungstour. San Pedro ist recht überschaubar und zählt um die 1000 Einwohner, es ist ein klassischer Touriort der als Ausgangspunkt für viele Touren in die Atacamawüste dient. Dementsprechend belebt sind die Straßen am Abend – an jeder Ecke gibt es Restaurants, Imbisse, Cafes, Bars und Tourenveranstalter.

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Zufälligerweise traf ich alsbald auch wieder die Gruppe: wir gingen zusammen auf den Festplatz wo noch die Feierlichkeiten zum Bicentinario im Gange waren und für kleines Geld Essen angeboten wurde – Fleisch und Empanadas waren selbstgemacht und äußerst lecker. Mit einem Bier in einer netten Bar ging der Tag zu Ende und ich verabschiedete mich von meiner kleinen Bolivien-Reisegruppe. Zu meinem Erstaunen war ich im Dorm noch immer allein, ich schlief sofort tief und fest ein.

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